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HoferTHEATERGESCHICHTE

Anfänge im Mittelalter

Anfänge im Mittelalter
Die Hofer Theatergeschichte reicht zurück bis ins Mittelalter, fußt allerdings nicht wie in anderen Städten auf der höfischen Kultur des Adels, sondern richtete sich nach den Bedürfnissen von Handwerkern und Bauern. Neue Akzente in der Theatergeschichte setzte das 1546 gegründete Gymnasium (heute Jean-Paul-Gymnasium), an dem Schultheater auf hohem Niveau gepflegt wurde. Später gastierten Wandertruppen, die auch in Residenzstädten Station machten, in Hof und brachten nicht nur Klassiker des Welttheaters nach Hof, sondern auch das moderne deutsche Theater mit Lessing, Goethe oder Schiller.

Theaterkirche

Bis zum Jahr 1811 vermietete die Stadt ihren Rathaussaal für Theateraufführungen. In den 1820er Jahren baute die Stadt die ehemalige Klosterkirche in der Theaterstraße kostengünstig zum Theater um. Die Theaterkirche war zwar bescheiden ausgestattet, doch konnte die Stadt Hof mit ihr einen ersten eigenen Bau vorweisen, der die Bezeichnung
„Theater“ verdiente und funktionsgerecht ausgestattet war. Im Jahr 1823 versank der größte Teil der Stadt Hof beim großen Stadtbrand in Schutt und Asche, aber das Theater blieb wie durch ein Wunder verschont.

Pfaff ‘s Kolosseum

1894 eröffnete Korbwarenhändler Adolf Pfaff einen Konzert-, Ball- und Theatersaal mit Gastronomie in der Schützenstraße unter der Bezeichnung „Pfaff‘s Kolosseum“, bei dem es sich allerdings nicht um einen echten Theaterbau handelte, sondern es musste weiterhin in Räumlichkeiten Theater gespielt werden, die nicht eigens dafür geschaffen und
auch nur bedingt geeignet waren. Während des Ersten Weltkriegs spielte vor allem das Plauener Ensemble in Hof. 1924 gründete Willy Essmann ein erstes eigenes Theaterensemble in Hof. 1925 wurde „Pfaff’s Kolosseum“ von der Stadt Hof übernommen, weil der privatwirtschaftliche Betrieb nicht mehr zu stemmen war.

Grenzlandtheater / Neues Theater

1930 stattete die Bayerische Staatsregierung Hof mit einem Grenzlandtheater mit eigenem festem Ensemble im bestehenden Theaterbau aus. Die Gründung war stark politisch motiviert, um die „Kraft des deutschen Volkes“ gerade im Grenzgebiet zu stärken. 1945 gründete Kurt Lentz das „Neue Theater“ in Hof zum Neuanfang nach dem Ende des Nationalsozialismus. Ungefähr zeitgleich entstanden auch die Hofer Symphoniker. Das „Neue Theater“ spielte in der Bürgergesellschaft.

Nordostoberfränkisches Städtebundtheater

1948 schlossen sich die Städte Hof, Selb, Wunsiedel, Marktredwitz, Naila, Schwarzenbach/Saale und Rehau, die Landkreise Hof, Naila, Münchberg und Rehau sowie das Staatsbad Bad Steben zusammen und gründeten den Zweckverband Nordostoberfränkisches Städtebundtheater mit Sitz in Hof. Damit wollte man die Versorgung im gesamten
nordöstlichen Bayern mit guten Theatervorstellungen sicherstellen. Bespielt wurde ab diesem Zeitpunkt wieder das Theater an der Schützenstraße, dem seit Anfang der 1980er Jahre aufgrund seiner veralteten Technik aber die Schließung drohte.

Theaterneubau an der Kulmbacher Straße

1985 gründete sich ein Theaterbauverein, der sich stark für einen Theaterneubau einsetzte. 1986/87 führte man einen Architektenwettbewerb durch, den Carlo Weber und Fritz Auer gewonnen haben. 1990 gab der Stadtrat grünes Licht für den modernen, offenen, lichtdurchfluteten Theaterneubau an der Kulmbacher Straße, der am 23. September
1994 vom damaligen Intendanten Reinhold Röttger feierlich eröffnet wurde.

Happy Birthday Theater Hof!

Ende September feiern wir also nicht nur den Beginn der Spielzeit 2024/25 unter der neuen Intendanz von Lothar Krause, sondern auch den 30. Geburtstag unseres schönen Theaters, für das wir nach wie vor sehr dankbar sind – genau wie für den ungebrochenen Rückhalt aus Stadt, Land und Bevölkerung.

Das Haus

Am Rande der Altstadt gelegen, erwartet den Besucher im Theater Hof ein vielfältiger Spielplan mit etwa zwanzig Produktionen pro Spielzeit, darunter Opern, Musicals, Operetten, Komödien, Dramen, Ballettabende sowie Kinder- und Jugendtheater. 1949 wurde das Theater Hof als Städtebundtheater neugegründet, 1994 bezog man den Neubau in der Kulmbacher Straße. Das Theater unterhält eigene Ensembles im Schauspiel, Musiktheater und Ballett. Als vierte Sparte nimmt seit der Spielzeit 2014/15 das Junge Theater Hof einen höheren Stellenwert aufgrund eigener künstlerischer Leitung ein. Mit seinen Produktionen ist das Theater Hof nicht nur in Hof, sondern seit vielen Jahren auch mit Gastspielen in Selb, Bayreuth, Aschaffenburg, Amberg, Bad Kissingen Fulda sowie Schweinfurt zu erleben. Das Theater Hof ist ein Aushängeschild für das oberfränkische und nordbayerische Kulturleben, aber auch weit über die Grenzen hinaus. 

Architektur

Weit über die Kulmbacher Straße hinaus ragt der Bühnenturm des Theater-Neubaus. Er ist fast von der ganzen Stadt aus zu erblicken. 28 Meter hoch ist der Monolith der Künste, der den Kern des 165 Meter breiten und 76 Meter tiefen Gebäudes bildet. Ein großzügige Glasfassade, die die Offenheit des Hauses betont, umspannt den Quader, unter dessen Dach sich die Bühne, die Probenräume, Werkstätten und Verwaltung verbergen. 
Das Foyer hat drei Ebenen und besticht vor allem durch seine lichte und offene Gestaltung. Die Zuschauerräume des Großen Hauses (576 Sitzplätze) und des Studios (99 Sitzplätze) bieten komfortablen Platz mit guten Sichtmöglichkeiten von allen Plätzen. Ein Fahrstuhl garantiert den barrierefreien Zugang - so wie im Zuschauerraum auch Plätze für Rollstuhlfahrer:innen eingerichtet werden können. Beide Spielstätten verfügen über eine Induktionshörschleife. 
Das Haus bietet seinen rund 170 Mitarbeiter:innen aus über 20 Nationen optimale Voraussetzung, um kreativ und effektiv zu arbeiten. 

Kommen Sie mit auf einen Rundgang durch das Theater Hof. Über einen Button unten rechts im Bild können Sie die verschiedenen Bereiche auswählen: 1 - Foyer, 2 - Großes Haus und 3 - Studio. 

 Google Street View Rundgang