MUTTER COURAGE UND IHRE KINDER

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Eine Chronik aus dem Dreißigjährigen Krieg
von Bertolt Brecht
Musik: Paul Dessau

ZYKLUS - LAND IN SICHT

PREMIERE Samstag, 10. Oktober 2020
„Schaustelle“ // 1 h 55 min (ohne Pause)

Für Brecht ist der Krieg eine Fortführung der Geschäfte mit anderen Mitteln. Wer an dieser Welt Teil haben will, muss mit ihr ins Geschäft kommen. Kreuz und quer durch Europa zieht Anna Fierling, genannt „Mutter Courage“, mit ihren Kindern den Soldaten hinterher. Sie versorgt die Soldaten mit Waren und hält mit monströser Anpassungsfähigkeit die Familie über Wasser. Angepasst an die Gesetze des Marktes macht sie ihre Geschäfte. Den Krieg lässt sie sich nicht „madig“ machen, er „nährt seine Leut besser“ als der Frieden. Am Ende verliert sie fast alles. Ihr Sohn Eilif wird hingerichtet, weil er während eines Waffenstillstands eine Bauernfamilie überfällt - in Kriegszeiten wäre er dafür ausgezeichnet worden. Ihr anderer Sohn Schweizerkas gerät in Gefangenschaft. Es soll ein Lösegeld gezahlt werden. Die Courage feilscht so lange, bis er erschossen wird. Ihre Tochter Kattrin stirbt bei dem Versuch, eine Stadt vor der Erstürmung zu warnen. Das 1938/39 im schwedischen Exil entstandene Stück zeigt, dass die Rechnung für niemanden aufgeht, da der Krieg „die menschlichen Tugenden tödlich macht, auch für ihre Besitzer“. Am Ende zieht diese höchst moderne Geschäftsfrau alleine weiter. Sie hat nichts gelernt. Und wir?


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