ENDLOSE AUSSICHT

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Monolog von Theresia Walser

Zum ersten Mal am Theater Hof!

PREMIERE Samstag, 13. November 2021
Studio

Theresia Walsers Monolog hatte am 3. September 2020 beim Kunstfest Weimar seine Uraufführung. Er ist einer der ersten Texte, der unsere Erfahrungen mit der Corona-Pandemie dramatisch gestaltet. Jona sitzt allein in ihrer fensterlosen Einzelkabine vor dem Frühstücksei. Im Bug des Schiffs stapeln sich die Leichen, aber die Büffets oben sind noch immer voll. Die Karibik-Kreuzfahrt ist ein Geschenk ihrer Geschwister. Seit zwei Wochen  itzt sie hier. Oder sind es drei? Was bedeutet schon Zeit angesichts der endlosen Brühe da draußen? Sie erzählt, wie das Elend anfing, wie der erste Passagier zusammenbrach und an einem seltsamen Virus starb. Andere Opfer folgten. Seitdem steht das Schiff unter Quarantäne, darf nirgendwo anlegen und treibt auf dem Meer wie ein schwimmendes Tschernobyl. Ihr Monolog kennt viele Stimmen: Sie redet nicht nur mit sich, sie redet mit allen, die nicht mehr um sie sind. Längst ist sie Teil dieses Luxusgefängnisses geworden, dessen Insassen sich langsam an die neue, monströse Normalität gewöhnt haben. Nur die Nahrungsvorräte werden allmählich knapp.

Auf engstem Raum, aber mit fast biblischer Wucht entfaltet Theresia Walsers Monolog im Kleinen eine Menschheitskatastrophe. Eine Seuche ist Anlass für eine Art von Stillstand, in dem wir unser Leben neu durchdenken. Alltag, Sinn des Lebens, soziale Ordnung, Herkunft und Geschichte - aufgrund der Seuche, die uns isoliert, kommen wir uns selbst neu nahe. Am Ende ist es eine Nahaufnahme von uns selbst.


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