KANZLIST KREHLER

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Tragikomödie von Georg Kaiser

Zum ersten Mal am Theater Hof!

ZYKLUS - LAND IN SICHT

PREMIERE Samstag, 14. November 2020
„Schaustelle“

Die Eskapade eines Büromenschen. Ein unerwarteter freier Tag hat ihm gezeigt, dass er im Büro das Leben „in einer Gänzlichkeit“ verpasst. Schluss mit den Zeiten als Aktenknecht! Er kündigt, kauft einen Globus und entdeckt inmitten seiner guten Stube Kontinente und Meere, Städte und Länder. Illusionen! „Ich habe die Welt entdeckt“, sagt Kanzlist Krehler. „Du hast den Globus im Eckladen gekauft“, sagt seine Frau. Wovon man denn leben solle? Forsch konstatiert er, nicht „wovon“ man lebe, sei die Frage, sondern „wofür“! „Frage schon zertrümmert.“ Man rechnet sich die ehelichen Pflichten vor wie Soll und Haben auf der Bank. Gefühle platzen wie falsche Schecks. Georg Kaisers wiedergefundenes Goldstück „Kanzlist Krehler“ lohnt sich allein schon wegen der Sprache. Halb in einem explosiven Telegramm-Stil, halb mit biblischem Pathos, mit größter Dichte und Leichtigkeit zugleich nimmt sie einen gefangen. Kaiser (1878-1945) war ein rastloser Experimentator. Sein gesamtes Werk ist das Durchspielen von Lebens- und Denkmöglichkeiten. In „Kanzlist Krehler“ zeigt er die Verlorenheit eines Menschen, der urplötzlich seine fremdbestimmte Existenz durchschaut und eine groteske Flucht nach vorn antritt. Allerdings ist er dem Versuch, sich der Welt hinzugeben, nicht mehr gewachsen. Auch in die Freiheit nimmt man seine Fesseln mit. Aktuell ist das immer noch.


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