NEU AM THEATER HOF: IVO HENTSCHEL

„Als ich Hof verlassen habe, ist es mir gar nicht leichtgefallen, nach so kurzer Zeit schon wieder zu gehen!“, erinnert sich Ivo Hentschel. Weggegangen aus Hof ist er im Jahr 2014, nachdem er 2013 gerade erst am Theater Hof als Erster Kapellmeister und stellvertretender Musikdirektor angefangen hatte. Doch kann man es ihm nicht verdenken, warteten doch eine Stelle als Erster Kapellmeister am Staatstheater Cottbus und eine Kapellmeisterstelle an der Komischen Oper Berlin auf ihn, wo er seit dieser Zeit Erster regelmäßiger Gastdirigent ist und bereits über 100 Vorstellungen dirigiert hat. Parallel wirkte er in den letzten beiden Jahren als Erster ständiger Gastdirigent am Mecklenburgischen Staatstheater Schwerin und hat darüber hinaus viel gastiert, unter anderem in Bern, Bonn, Mannheim und Lübeck.

Nun, acht Jahre nach seinem ersten hochfränkischen Intermezzo, kehrte er mit Beginn der Spielzeit 2021/22 als Musikdirektor ans Theater Hof zurück – worüber er sehr glücklich ist: „Ich habe Hof als eins der aktivsten Häuser seiner Größe mit vielfältigem, Sparten- und Genregrenzen weit überschreitenden musikalischen Spielplan kennengelernt. Nach acht Jahren komme ich jetzt zurück und freue mich sehr, viel Erfahrung mitbringen und Mitverantwortung für die Vielfältigkeit des Hauses übernehmen zu können“, verrät Ivo Hentschel.

Auf die Frage nach seinem Lieblingsrepertoire möchte er sich nicht festlegen, sondern erklärt: „Ich habe schon immer versucht, mich in möglichst viele Stilistiken möglichst tiefgehend einzuarbeiten – von der Barockoper bis zur Musik des 21. Jahrhunderts mit viel Klassik, Wiederentdeckungen, Operette, Musicals und zahlreichen Konzerten. Die Epochen bauen aufeinander auf: Man kann keine Belcanto-Oper dirigieren ohne Kenntnis der Barock-Oper!“.

Das Studium eines breiten Repertoires in seiner sechsjährigen Zeit als Korrepetitor und Dirigent am Theater Heidelberg hat es Ivo Hentschel ermöglicht, von der Pike auf stilistisch in die Breite zu gehen, was er als wichtigste Voraussetzung sieht, um als Kapellmeister eine Oper zu leiten. Der Umgang mit Sängern und einem breiten Repertoire ist ihm absolut vertraut – beste Voraussetzungen also für seine Arbeit als Musikdirektor am Theater Hof, wo er sich erstmals in der neuen Funktion als musikalischer Leiter am Pult der Eröffnungsoper „Medea“ präsentieren wird. Im Lauf der Spielzeit ist es außerdem als musikalischer Leiter von „Helena Citrónová“ und „Lucia di Lammermoor“ zu erleben.

Und wenn er gerade nicht probt oder eine Aufführung vom Dirigentenpult aus leitet? Dann verbringt Ivo Hentschel gern Zeit mit seinen beiden kleinen Kindern oder ist in den Bergen abseits der ausgetretenen Pfade beim Wandern anzutreffen – kein Wunder, hat er doch halbösterreichische Wurzeln. „Daher gefällt es mir auch so gut in Hof, denn ich mag, wenn es nicht brettel-eben ist“, merkt der neue Musikdirektor an. Doch das ist nicht der einzige Grund, aus dem er die Saalestadt so schätzt: „Ich finde es wichtig und wunderbar, wenn ein Theater und ein Orchester so intensiv in eine Stadt und eine Region hineinstrahlen, wie das in Hof der Fall ist. Daran mitwirken zu dürfen erfüllt mich mit großer Freude.“

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