Lulu tanzt weiter

Sie ward geschaffen, Unheil anzustiften, Zu locken, zu verführen, zu vergiften - Zu morden, ohne daß es einer spürt.“, so schreibt Frank Wedekind in seiner Tragödie „Erdgeist“ über die Figur der Lulu.

Aufgrund der großen Nachfrage wurden Zusatzvorstellungen des Balletts in der nächsten Spielzeit eingerichtet: Am Freitag, 27.September, und Freitag, 4. Oktober, können Sie eine schillernde Frau der deutschen Lyrik mit eigenen Augen sehen und hautnah den Tänzern begegnen, die Barbara Busers von Wedekind inspiriertes Ballett zur Uraufführung im Studio performen. Lassen Sie sich entführen in eine Welt der Verführung und Versuchung, untermalt von der fantastisch-schrägen Musik der Tiger Lillies, die Lulu einen ganzen Liederzyklus gewidmet haben.

Ein Tierbändiger präsentiert in seiner Arena das „wahre, wilde, schöne Tier“: Die mädchenhafte und zügellose Lulu zieht Männer scharenweise in ihren Bann. Sie ist das Naturwesen, jenseits von Gut und Böse, in dem unzählige Verehrer ihre eigenen Lustfantasien bestätigt zu finden glauben. Ihr verfallen ein Zeitungsverleger, dessen Sohn, ein Medizinalrat, ein Maler, ein Athlet und die sie sklavisch liebende lesbische Gräfin Geschwitz – doch der Preis, den sie zahlen müssen, ist hoch! Als die unschuldige Schuldige in einer Londoner Dachkammer auf den berüchtigten Lustmörder Jack the Ripper trifft, erreicht die Tragödie ihren Höhepunkt.

Wedekinds tragische Heldin ist unumstritten eine der faszinierendsten Figuren des 20. Jahrhunderts und polarisiert bis heute. Sie bewegt sich zwischen Opfer und Täterin, Verführerin und Verführte, Kindfrau und Femme fatale und nicht zuletzt ist sie ein Symbol weiblicher Befreiung  aus einer männerbestimmten Welt.

Mit LULU präsentiert die Hofer Compagnie um Barbara Buser eine Eigenkreation der aufwühlenden Tragödie. Untermalt wird der Abend mit dem Liederzyklus „Lulu – A Murder Ballad“ von der englischen Band The Tiger Lillies, die sich der Theatermusik verschrieben hat. Ihr unverwechselbarer Sound ist eine Stilmixtur aus den Goldenen Zwanzigern, anarchischer Oper und Gypsy-Musik.

<< zurück