"ANNA KARENINA" ZUM LETZTEN MAL

Nicht enden wollte der Applaus nach der Premiere der Europäischen Erstaufführung von David Carlsons Oper „Anna Karenina“ in der Inszenierung von Lothar Krause. Allen voran Inga Lisa Lehr als Anna Karenina, aber auch alle weiteren Solistinnen und Solisten, der Opernchor des Theaters Hof (Leitung: Lucia Birzer), die Hofer Symphoniker unter der Leitung von Ivo Hentschel und nicht zuletzt das Regieteam Lothar Krause (Inszenierung) und Annette Mahlendorf (Bühne und Kostüme) wurden lange beklatscht für ihre beeindruckende, emotional hoch berührende Leistung.

Am 26. April findet um 19.30 Uhr im Großen Haus bereits die letzte Vorstellung statt.

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Mit der Oper „Anna Karenina“ von David Carlson nach Lew Tolstois gleichnamigem Roman, den Regisseur Lothar Krause für eins der wichtigsten Bücher der Weltliteratur hält, ist es dem Theater Hof gelungen, eine weitere europäische Erstaufführung nach Hof zu holen. In Hof kommt die Oper in der englischsprachigen Originalversion (mit deutschen Übertiteln) auf die Bühne, zum einen, weil eine Übersetzung ins Deutsche zu einer erheblichen Änderung der Komposition geführt hätte. Insbesondere würden die komponierten Gesangspartien nicht mehr dem Original entsprechen, z.B. wegen notwendiger Ergänzungen von deutschen Anredeformeln in Adelskreisen. Zum anderen, weil die Musik idiomatisch auf den englischen Sprachrhythmus geschrieben ist und im Deutschen ganz andere Melodien entstünden. Während in Tolstois Roman die soziale Frage in einem gesellschaftlichen Panorama von den Leibeigenen bis in den Hochadel eine große Rolle spielt, geht es in Carlsons Oper um Einsamkeit, Selbstbestimmung und Fragen nach dem Sinn des Lebens – Aspekte, die auch heute noch sehr zugänglich sind. Um die vielen verschiedenen Orte von Moskau und St. Petersburg über die Innenräume von Adelspalais bis hin zur freien, herbstlichen, melancholisch gestimmten Natur zu zeigen, hat Ausstatterin Annette Mahlendorf einen Einheitsraum mit sehr hohen Wänden und riesigen Türen geschaffen, der ganz unterschiedliche Schauplätze entstehen lässt, Raum für Doppelszenen sehr schnelle Szenenwechsel ermöglicht und durch das Monumentale die Menschen sehr klein und verloren erscheinen lässt. Die Musik von David Carlson beschreibt der Musikalische Leiter Ivo Hentschel als eine Art Kaleidoskop, in dem die verschiedenen Bausteine immer dieselben sind, aus denen sich trotzdem immer wieder andere Bilder ergeben. Eine Neuerung im Gegensatz zur Originalfassung, die 2007 im Miami uraufgeführt wurde, ist der Einsatz des Chors, der in Lothar Krauses Inszenierung die russische Gesellschaft repräsentiert.

Karten für alle weiteren Vorstellungen gibt es an der Theaterkasse, Tel.: 09281/7070-290 bzw. www.theater-hof.de/karten

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