PROBENBEGINN "WHITE POWER BARBIES"

Unser Foto zeigt sitzend von links Carolin Waltsgott, Cornelia Wöß, Julia Leinweber und Yami Quiroga (Assistenz der Kostümleitung) sowie dahinter stehend von links Autor Roland Spranger, Regisseurin Antje Hochholdinger, Ausstatterin Imme Kachel, Dramaturg Thomas Schindler und Regieassistentin Christina Wuga.

Früher waren Anhänger der rechten Szene einfach zu erkennen an Springerstiefeln, Glatzen und Bomberjacken. Heute geht von der rechten Bewegung eine noch größere Gefahr aus, da sie salonfähig geworden ist – und weiblich. „Rechtsradikalismus ist kein Randphänomen mehr, sondern auf dem Weg in die Mitte der Gesellschaft“, erklärte Dramaturg Thomas Schindler zum Probenbeginn von „White Power Barbies“, dem neuen Studio-Stück aus der Feder des Hofer Autors Roland Spranger, das er, angeregt von Intendant Reinhardt Friese, eigens für das Theater Hof geschrieben hat.

Drei weibliche Prototypen der rechten Szene treffen in „White Power Barbies“ aufeinander: Eine Influencerin, von der nicht ganz klar ist, ob sie rechte Inhalte um ihrer selbst Willen oder schlicht, um ihre Klickzahlen zu erhöhen, teilt. Eine Bundestagsabgeordnete mit tief verwurzeltem rechtem Background, die sich mit der globalisierten Gesellschaft nicht anfreunden kann. Und eine Mitarbeiterin des Verfassungsschutzes, der es vorwiegend um sich selbst geht.

Roland Spranger nutzt in seinem Stück zahlreiche Zitate aus Interviews mit rechten Frauen oder von Influencerinnen. „Mich interessiert an dem Thema besonders das Aufeinandertreffen von Pop-Kultur und rechtem Gedankengut“, so der Autor. „Der Kampf um Köpfe wird mit ganz modernen Mitteln geführt!“.

„Gerade in Zeiten von Corona beanspruchen Rechte die Demokratie für sich – ein Paradoxon“, erklärt Regisseurin Antje Hochholdinger. Sie versetzt besonders die Tatsache in Sorge, dass die rechte Szene Diskussionen für ihre Zwecke vereinnahmt und versucht, Diskurse zu verschieben.

Die gesamte Problematik beleuchten die drei Schauspielerinnen Julia Leinweber, Carolin Waltsgott und Cornelia Wöß in der Inszenierung von Antje Hochholdinger und der Ausstattung von Imme Kachel ab Sonntag, 13. Februar 2022 im Studio, aber die Premiere ist bereits ausverkauft. Karten für die weiteren Vorstellungen gibt es an der Theaterkasse. Tel.: 09281/7070-290.

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