"Die Perser": Bildgewaltiges Theater

Das älteste erhaltene Drama der Weltgeschichte, "Die Perser", wird in Hof als bildgewaltige Produktion gezeigt. Nicht nur die klassischen Monologe und Dialoge sondern auch die herausfordernden, chorisch gesprochenen Passagen meistert das Hofer Ensemble eindringlich und berührend, so dass das seltene Theatererlebnis das Premierenpublikum am 9. November sehr zum Applaudieren animierte.

Die Aufführung greift auf die Übersetzung von Durs Grünbein zurück, die tatsächlich eher eine Vergegenwärtigung ist, dabei ohne dichterische Eitelkeit und ganz nahe am klassischen Versmaß. Unter der Regie des Schauspieldirektors des Stadttheaters Münster, Frank Behnke und in der Ausstattung von Frank Albert - die beide zuletzt am Theater Hof mit dem Thriller "Three Kingdoms" in der Saison 2016/17 waren - wird der Klassiker des Altertums auf der Bühne lebendig und aktuell.

Obwohl sich das Stück auf den Untergang der persischen Flotte in der Seeschlacht vor Salamis etwa 490 Jahre vor Christus bezieht, ist immer klar:
Es geht brandaktuell auch um die heutige "Festung Europa" in Zeiten von Massenflucht und Migration, die von nicht wenigen Menschen als Bedrohung der europäischen Kultur wahrgenommen wird. Dahinter stecken aber immer menschliche Tragödien und Einzelschicksale und eben nicht nur die große Politik, in der oft keine humanistischen Kriterien zählen...

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