Restauration

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Eine Idylle von Edward Bond mit Musik von Nick Bicât

Zum ersten Mal am Theater Hof!

PREMIERE Freitag, 17. Februar 2017
Großes Haus // 3.00 h mit Pause

Was macht ein unverheirateter Lord im England des 18. Jahrhunderts, den seine Leidenschaft für die Mode an den Rand des Ruins gebracht hat? Was macht die unverheiratete Tochter eines reichen Industriellen, die zu ihrem Geld einen passenden Adelstitel braucht? Die Ehe zwischen Lord Are und Ann Hardache ist gruselig, aber kurz: Der Lord meidet das Schlafzimmer der frisch angetrauten Gattin. Sein Ehrgeiz geht eher dahin, dass bald ein Hut seinen Ruhm der Mode-Nachwelt sichert. Darunter leidet die Lady nicht allzu sehr, wohl aber darunter, dass ihr Gatte sie nicht mit nach London nimmt und auf seinem Landsitz versauern lässt. Hier spukt, wie ihr zu Ohren kommt, der Familiengeist. So verkleidet sie sich eines Morgens als Gespenst, und er, der sich ungern beim Frühstück stören lässt, ersticht sie. Den Mord schiebt Lord Are seinem einfältigen und dienstbeflissenen Diener Bob in die Schuhe, der dafür gehängt werden soll. Nur Bobs Ehefrau, die schwarze Kammerzofe Rose, versucht ihren Mann vor dem Galgen zu bewahren. Bald kennen alle die Wahrheit, doch was bedeutet Wahrheit, wenn sie den Mächtigen nichts nutzt?

Edward Bond, einer der bedeutendsten englischen Autoren des 20. Jahrhunderts, spielt in seinem 1981 in London uraufgeführten Stück geschickt mit verschiedenen Theaterstilen: Er mischt den geistreichen Wortwitz eines Oscar Wilde mit der politischen Haltung eines Bertolt Brecht und fügt dazu noch Musik im Stile von Tom Waits. Heraus kommt eine urkomische und gleichzeitig bitterböse Groteske über die Unvereinbarkeit von Macht und Anstand.


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