MEIN KAMPF: Zusatzvorstellung 9. Juli

Sänger aus dem Musiktheaterensemble in einer Schauspiel-Groteske, eigens für das Stück komponierte aber ursprünlich nicht im Text vorgesehene Songs, besondere körperliche Herausforderungen der Schauspieler: Regisseurin Sapir Heller ist wieder in Hof und wird mit ihrer ganz eigenen Lesart von MEIN KAMPF (nach zuletzt DIE JUNGFRAU VON ORLEANS, DES TEUFELS GENERAL) für Aufsehen sorgen. Gemeinsam mit dem Musikalischen Leiter und Komponisten, Michael Falk, gestaltet sie dabei einen außergewöhnlichen Theatergenuss im Studio. Ihr Ziel ist es wie von Tabori vorgesehen in  MEIN KAMPF  den Übergang vom Lachen zum Weinen fließend zu halten.

Wir schreiben das Jahr 1910: In einem Obdachlosenasyl für Männer in der Wiener Blutgasse leben die Juden Schlomo Herzl (Karsten Jesgarz) und Lobkowitz (Thilo Andersson). Der herzensgute Herzl, Buchhändler von Beruf, arbeitet an einem Roman, der den Titel MEIN KAMPF tragen soll. Der etwas verrückte Lobkowitz ist Koch, hält sich aber für den König der Juden. Beide Herren verstehen sich prächtig, bis ein neuer „Mieter“ hinzukommt, Hitler mit Namen (Rüdiger Frank), untalentierter Landschaftsmaler und als solcher von der Kunstakademie als Student abgelehnt. Herzl tröstet den verwirrten jungen Mann aus Braunau am Inn, der in seinem Leben nie so etwas wie Herzenswärme oder Seelengüte erfahren hat. Das Mitgefühl geht sogar so weit, dass Herzl Hitler, wenn er es in der Kunst nun mal zu nichts bringt, auf eine Karriere als Politiker vorbereitet, einschließlich neuem Look mit Seitenscheitel und gestutztem Bärtchen sowie eher fatalen Folgen für die Weltgeschichte. Sogar den Titel seines Romans überlässt er dem immer despotischer auftretenden Hitler, damit dieser ihn für seine politischen Veröffentlichungen verwenden kann. Schließlich schaut sogar Frau Tod (Anja Stange) vorbei, um Hitler mitzunehmen: aber nicht zum Sterben, sondern als ihren neuen Assistenten…

Autor George Tabori war ein Theatermagier: Ob als Regisseur oder Autor - kaum jemand konnte im deutschsprachigen Theater der Nachkriegszeit so gekonnt das Absurde mit dem Wahrhaftigen, den Humor mit der Traurigkeit so verbinden wie der 1914 in Budapest geborene Ungar jüdischer Abstammung. Wie sagt Tabori: “Der kürzeste deutsche Witz ist Auschwitz.“

TERMINE

Sa 01.07.2017 Gelsenkirchen, Musiktheater im Revier 19.30 Uhr

So 02.07.2017 Gelsenkirchen. Musiktheater im Revier  18.00 Uhr

Fr 07.07.2017 Hof, Studio 19.30 Uhr    Karten

So 09.07.2017 Hof, Studio 19.30 Uhr - Zusatzvorstellung -

Di 11.07.2017 Bayreuth, das Zentrum  - Zum letzten Mal -  19.30 Uhr

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